Khan

Idris Kahn; Bernd & Hilla Becher Prison Type Gasholder, 2004

Idris Kahn; Every ...                                                            

K20 Kunstsammlung Nordrhein Westfalen;                               Düsseldorf; 26. Januar - 09. März 2008 

Vor der temporären Schließung des Hauses am Grabbeplatz und dem damit verbundenen Auszug der Sammlung wird die große Halle im Erdgeschoss für sechs Wochen eine letzte Ausstellung aufnehmen. Geplant ist eine Präsentation mit Werken des jungen britischen Künstlers Idris Khan (Jg. 1978). Dieser hat in den wenigen Jahren nach seinem Studienabschluss im Royal College of Art in London 2004 ein gedanklich luzides, visuell beeindruckendes und technisch-handwerklich brillantes Werk erarbeitet. Khans Sujets zeigen sein leidenschaftliches Interesse an kulturell kodierten Werken und Artefakten aus den Sphären der Literatur, der bildenden Kunst, der Musik. Seine Medien sind Fotografie und Video. In seinen Fotografien arbeitet der Künstler mit digitalen Überblendungen von gefundenen Bildern, Texten oder Partituren – seien es die Selbstbildnisse von Rembrandt, die Fotografien industrieller Bauten von Bernd und Hilla Becher, die Notationen der Etüden Chopins, die Buchseiten des Koran oder eines Traktates von Sigmund Freud. Idris Khans Überblendungen versetzen Texte, Bilder und Noten in eine vibrierende Unruhe; sie verleihen ihnen eine neue Dimension der Gegenwärtigkeit. Seine Videos zu klassischen Stücken der Musikliteratur von Bach und Schubert verwandeln die musikalischen Darbietungen in der mehrfachen Wiederholung und Überlagerung in visuelle und klangliche Palimpseste. Aus vielschichtigen Bildern menschlichen Wissens und schöpferischen Produzierens formt Khan Artefakte mit künstlerischem Eigenrecht, die über Strategien der Aneignung im Sinne der Appropriation Art hinausgehen. Khan verdichtet die Vielzahl der bildlichen, sprachlichen oder musikalischen Quellen zu rätselhaften Bildern; aus der Gleichzeitigkeit einer Überfülle an Daten und Informationen resultieren unlesbare Destillate, die neue ikonische Qualitäten entfalten.

Borges

Lars Borges; Germany, the best of

Galerie Lichtschliff; Berlin, 26. Oktober 2007, 19.00 - 22.00 Uhr

Sechs Wochen und mehr als fünftausend Kilometer ist der Fotograf Lars Borges auf den Spuren einer in einem US-Amerikanischen Reiseführer vorgeschlagenen Route durch Deutschland gereist: "The Best of Germany". Diese Route ist gleichzeitig Namensgeber der Ausstellung in der Borges am 26. Oktober einige der über zweitausend dabei entstanden Fotografien erstmalig einer Öffentlichkeit präsentiert.

Es handelt sich dabei jedoch nicht um perfekte Tafelbilder, sondern eine Sammlung kleiner, teils bizarrer oder auch lustiger bis nachdenklicher Eindrücke, die in ihrer Gesamtheit die Größe haben, dem Betrachter die Freiheit zu lassen, seine eigenen Bezüge herzustellen. Eine Auswahl von etwa 180 Fotografien wird für nur einen Abend in der Berliner Galerie Lichtschliff zu sehen sein.

Cattelan

Maurizio Cattelan

Museum für Moderne Kunst; Frankfurt/Main, seit März 2007

Seit März dieses Jahres arbeitet das Museum für Moderne Kunst (MMK) gemeinsam mit dem Künstler Maurizio Cattelan (geb. 1960) an einer Serie von neuen Arbeiten, die er exklusiv für Frankfurt konzipiert. Im spezifischen Kontext des MMK realisiert Cattelan jeden Monat ein neues Werk. Ihren Ort und ihr Geschehen finden die Arbeiten innen, außen und um das Museum herum. Sie werden jeweils in die gegenwärtige Sammlungs­präsentation des MMK eingefügt, ohne dass ausdrücklich der genaue Zeitpunkt ihrer Installation öffentlich kommuniziert wird. Cattelans Arbeiten, die sich nach und nach zu einem Gesamt- projekt addieren, sind sein erstes künstlerisches Statement in Deutschland seit mehreren Jahren. Das zeitliche Ende dieses Projektes ist noch nicht abzusehen.

Holdt

Jacob Holdt - Amerikabilder 1970 - 1975

Museum Folkwang; Essen, 17. März 2007 - 17. Juni 2007

Als Jacob Holdt 1970 von Kanada in Richtung Südamerika aufbrach, ahnte er noch nicht, dass sein Reiseabenteuer ihn fünf Jahre lang durch die USA führen würde. Er reiste per Anhalter, ließ sich mal hier, mal dort aushalten, nahm Drogen und lebte von der Hand in den Mund. In den Ghettos der USA wuchs sein Interesse für das "schwarze Amerika" und dessen Lebens- bedingungen. Seine Eltern in Dänemark glaubten seinen schriftlichen Berichten über die katastrophalen Zustände nicht und schickten ihm eine Fotokamera, mit der er seine Amerikabilder festhielt.

Die Fotografische Sammlung im Museum Folkwang zeigt in der Ausstellung eine Auswahl von 200 Fotografien des 1947 in Kopenhagen geborenen Dänen. Die Bilder werden teils als farbige Abzüge, teils in vier Projektionen gezeigt.

Ministryoftransportation

Geert Goiris, Ministry of Transportation,                                   2003, tirage lambda, 180 x 150 cm

Spectacular City - Architekturfotografie                              

NRW Forum; Düsseldorf, 27. Januar – 06. Mai 2007

In unseren Tagen wird die beste Architektur oft nicht gebaut, sondern auf Hochglanzpapier gedruckt und bestaunt. Spekta- kuläre Fotografien porträtieren Schönheit und Potenzial urbaner Landschaften, berühmter Bauwerke und menschenleerer Straßen.

Die Ausstellung, die vom Rotterdamer NAI, dem nieder- ländischen Architektur Institut, zusammengestellt wurde, ist international die erste Bestandsaufnahme dieser Art und enthüllt den Besuchern eine neue Welt. Zu sehen sind rund 100 Fotografien aus den letzten zehn Jahren von international berühmten Künstlern wie Andreas Gursky, Thomas Struth, Thoms Ruff und Olivo Barbieri, Thomas Demand, Andreas Gefeller, Heidi Specker, Michael Wesely, Todd Hido - um nur einige der bekanntesten zu nennen. Darunter, das mag nicht überraschen eine Vielzahl von Fotografen, die an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert haben.

K21

Gregor Schneider - Weisse Folter                               

K21; Düsseldorf, 17. März – 15. Juli 2007

In den Werken von Gregor Schneider (*1969 in Mönchengladbach-Rheydt) geht es um Räume - sichtbare und unsicht- bare, verdoppelte und gedoppelte, bewegliche, magische, kurz erscheinende und verschwundene. Für sein wohl bislang bekanntestes Werk Totes Haus u r wurde er auf der Biennale in Venedig 2001 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Die Einzelausstellung in Düsseldorf umfasst eigens für die Ausstellung konzipierte bzw. im deutsch- sprachigen Raum noch nie zu sehen gewesene Werke des Künstlers aus den letzten beiden Jahren. Geleitet von dem Bestreben, sich 'mit dem Unbekannten' (Gregor Schneider) zu beschäftigen und diese Auseinandersetzung zunehmend auf gesellschaftliche Räume zu erweitern, schafft der Künstler eine Abfolge von Korridoren und Zellen im Untergeschoss von K21, die an Intensiv- bzw. an Isolierstationen erinnern und doch bar jeder Illustration eine ganz eigene Welt entstehen lassen.

Schwebebahn

Darren Almond - Schwebebahn

Museum Folkwang; Essen, 20. Oktober 2006 - 07. Januar 2007

Schwebebahn drehte Almond in der Wuppertaler Schwebebahn im Super-8-Format. Der Film läuft in der Installation rückwärts, auf dem Kopf und spiegelverkehrt. Das spektakuläre Beispiel der Ingenieurskunst von 1900 wird selbst wieder in einen Schwebezustand der Ungewissheit versetzt, in dem Zeit und Raum ihre eindeutige Lesbarkeit verlieren. Die besondere Bildqualität der Super-8-Technik macht die Fahrt an einem verregneten Tag mit ihren Stockungen, Vor- und Rückblicken zu einer Fahrt durch die Erinnerung, die ganz eigenen Bahnen folgt und anderen Zeitgesetzen gehorcht.