Klaus Kinski hat Anfang der 60er Jahre für den Hessischen Rundfunk in diversen Hörspielen mitgewirkt, darunter in dem ausgezeichneten Solo-Hörspiel "Sechs Gramm Caratillo" von Horst Bienek. In diesem Hörspiel spielt Kinski einen Wissenschaftler, der sich in einem Selbstversuch eine tödliche Dosis Gift injiziert und sein Sterben gleichzeitig auf einem Tonband dokumentiert. Dieses bedrückende und zugleich faszinierende Stück zieht jeden Hörer unweigerlich in seinen Bann. geradezu atemberaubend spricht Kinski diese Figur.
Das zweite Hörspiel "Die Nacht allein" von Wolfgang Graetz zeigt Kinski in der Rolle eines verlorenen, eines suchenden inmitten einer anonymen Stadt. Unterstützt von weiteren Schauspielern entwickelt sich eine beklemmende Atmosphäre, die sich auch auf Zuhörer überträgt.
Rezensionsauszüge:
Prinz: Die traurigen Geschichten gehen dem Zuhörer nahe, und das liegt an Klaus Kinski, dem Schauspieler mit der Ausnahmestimme. Nichts für Zartbesaitete, denn diese CD berührt.
Frankfurter Allgemeine Zeitung: Wer allerdings erwartet, den Star schäumend und toben zu hören, wird angenehm überrascht (…) Von Anfang an verleiht er seinem Helden einen träumerischen, wehmütigen, waidwunden Ton. Der Sprecher steigert seine Empfindsamkeit zu einer selbstverliebt akzentuierten Kunstsprache, die gleichzeitig durch Präzision und Nuancenreichtum fesselt.
Focus: Besonders beeindruckend das Solo-Stück "Sechs Gramm Caratillo" (…) beklemmende, packende Atmosphäre auch in "Die Nacht allein" (…) Beide sind echte Kinskis!
Süddeutsche Zeitung: Seine Stimme klingt manchmal ungewöhnlich schwer und weich, ja er spricht höchst elegant (…) Ob er schmeichelt oder flüstert, jeder Buchstabe kommt scheinbar mühelos zu Gehör.
Braunschweiger Zeitung: Zwei Hörspiele (…) verdeutlichen noch einmal, was für eine exzentrische, eindrucksvolle und einzigartige Persönlichkeit dieser Schauspieler, Regisseur, Rezitator und Autor gewesen ist.
Westdeutsche Allgemeine Zeitung: Kinskis Wechsel von der kalten Vernunft (…) zur heißen Verzweiflung (…) ist von beklemmender Meisterschaft.
Die Rheinfalz: Seine Sätze sind magnetische Dolche, sein Timbre watteweiche Rasierklingen, der Wolf im Schafspelz brilliert als Sprachästhet und Gefühlstyrann.
Bayern 2 Radio: Eine Paraderolle für Klaus Kinski (…) In seiner Stimme ist die Resignation der Figur nahezu körperlich spürbar, Man erlebt die verschiedenen Phasen und Stimmungsschwankungen (…) Kinski ist hochkonzentriert, vermeidet jede Übertreibung.
Bayern 2 Radio: Kinski kennt keine Distanz zur Rolle, Er verkörpert sie ganz, das macht ihn so einzigartig.
Der Tagesspiegel: Im Gegensatz zu Kinskis literarischem Vermächtnis offenbaren zwei Audio-Ausgrabungen von 1960/61 einen Könner ohne wenn und aber (…) singt und flirtet der Kunsthändler in "Die Nacht allein" alle Mitsprecher fast erschreckend charmant an die Wand.
Niederösterreichische Nachrichten: Irrsinn ist gut - dieser Mann ist besser (…) Beklemmende, berührende Geschichten mit einem furiosen Anti-Helden.