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Ich habe nie gespielt, weder im Leben noch im Film noch auf der Bühne. Wenn ich gelogen habe, wie ein Gefangener seinen Wärter anlügt, damit er ihn besser niederschlagen kann, um seine Freiheit zu erlangen, so war auch das ein Moment meiner Ehrlichkeit. Denn meine Ehrlichkeit ist total. Es gibt kein mehr oder weniger an Ehrlichkeit. Ehrlichkeit ist eine Sache, die man nicht teilen kann.

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Die Menschen werden von mir sagen, daß ich tot bin. Glaube ihnen nicht! Sie lügen! Ich kann niemals sterben.

Danke, Klaus.

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Man muß den Menschen vor allem nach seinen Lastern beurteilen. Tugenden können vorgetäuscht sein, Laster sind echt.

Herzog

Wir haben in diesem Jahrhundert vielleicht zwei oder drei Leute gehabt von dem Kaliber Kinskis. Es gibt niemand anderen, er ist ein Weltwunder, und dieses Weltwunder kann jetzt noch einmal besichtigt werden. Irgendwann kippt es vielleicht, irgendwann geht es vielleicht nicht mehr, ich weiss es nicht genau, möglicherweise irre ich mich. Es gibt eine Pflicht, eine aussergewöhnliche Pflicht, die auf mir auferlegt ist, weil es kein anderer macht. Ich muss das hinnehmen können, denn ich will ein guter Soldat des Kinos sein.

Werner Herzog über Klaus Kinski in Cobra Verde.

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Man muß Schmerzen leiden, sonst begreift man überhaupt nichts. Gefühle sind schmerzhaft, Liebe ist schmerzhaft, die Geburt eines Kindes ist ein schmerzhafter Vorgang. Leben selbst ist schmerzhaft. Ein Unwetter, eine Sintflut, ein Erdbeben sind schmerzhafte Naturereignisse, doch sie erlauben die Erneuerung. Im Urwald wachsen strahlende Orchideen auf verfaulten Stämmen. Es gibt keine Grenze zwischen Tod und Leben, zwischen Schmerz und Freude. Lebt man ein Gefühl ganz aus, mündet es in sein Gegenteil. Das Lachen und das Drama haben den gleichen Ursprung.

Paganini

Ein beispielloses, abendfüllendes, in Naturlicht gefilmtes, musikdurchwirktes Poem von einem Film, nur getragen von der sinnlichen Lust am Wahrnehmen. Ein konsequent durchgehaltener Drogenrausch - hier fließt Blut, hier fließen Tränen.

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Ich bin durchaus sehr zart - und fühle mich doch kräftiger als alle - so stark manchmal - so schwach - so oft. *

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Aber die Menschen können kein Massstab sein für die Existenz. Was schert mich die Menschheit. Ich will wissen: Was bin ich? Alles andere ist doch nur Beschäftigungstherapie oder Verzweiflung. Warum beschäftigen sich die Leute mit Politik? Weil sie nicht klarkommen mit sich selbst. Das einzige ist doch, Raum zu haben, atmen. Und zu sagen, scheiss doch auf eure Phrasen, die ihr von morgens bis abends drescht. Wie lang ist mein Leben? Jeder stirbt. Das Leben ist ziemlich kurz. Lasst mich doch atmen. Lasst mich doch in Ruh mit eurem Dreck.

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Klaus Kinski hat Anfang der 60er Jahre für den Hessischen Rundfunk in diversen Hörspielen mitgewirkt, darunter in dem ausgezeichneten Solo-Hörspiel "Sechs Gramm Caratillo" von Horst Bienek. In diesem Hörspiel spielt Kinski einen Wissenschaftler, der sich in einem Selbstversuch eine tödliche Dosis Gift injiziert und sein Sterben gleichzeitig auf einem Tonband dokumentiert. Dieses bedrückende und zugleich faszinierende Stück zieht jeden Hörer unweigerlich in seinen Bann. geradezu atemberaubend spricht Kinski diese Figur.

Das zweite Hörspiel "Die Nacht allein" von Wolfgang Graetz zeigt Kinski in der Rolle eines verlorenen, eines suchenden inmitten einer anonymen Stadt. Unterstützt von weiteren Schauspielern entwickelt sich eine beklemmende Atmosphäre, die sich auch auf Zuhörer überträgt. 
 
Rezensionsauszüge:

Prinz: Die traurigen Geschichten gehen dem Zuhörer nahe, und das liegt an Klaus Kinski, dem Schauspieler mit der Ausnahmestimme. Nichts für Zartbesaitete, denn diese CD berührt.

Frankfurter Allgemeine Zeitung: Wer allerdings erwartet, den Star schäumend und toben zu hören, wird angenehm überrascht (…) Von Anfang an verleiht er seinem Helden einen träumerischen, wehmütigen, waidwunden Ton. Der Sprecher steigert seine Empfindsamkeit zu einer selbstverliebt akzentuierten Kunstsprache, die gleichzeitig durch Präzision und Nuancenreichtum fesselt.

Focus: Besonders beeindruckend das Solo-Stück "Sechs Gramm Caratillo" (…) beklemmende, packende Atmosphäre auch in "Die Nacht allein" (…) Beide sind echte Kinskis!

Süddeutsche Zeitung: Seine Stimme klingt manchmal ungewöhnlich schwer und weich, ja er spricht höchst elegant (…) Ob er schmeichelt oder flüstert, jeder Buchstabe kommt scheinbar mühelos zu Gehör.

Braunschweiger Zeitung: Zwei Hörspiele (…) verdeutlichen noch einmal, was für eine exzentrische, eindrucksvolle und einzigartige Persönlichkeit dieser Schauspieler, Regisseur, Rezitator und Autor gewesen ist.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung: Kinskis Wechsel von der kalten Vernunft (…) zur heißen Verzweiflung (…) ist von beklemmender Meisterschaft.

Die Rheinfalz: Seine Sätze sind magnetische Dolche, sein Timbre watteweiche Rasierklingen, der Wolf im Schafspelz brilliert als Sprachästhet und Gefühlstyrann.

Bayern 2 Radio: Eine Paraderolle für Klaus Kinski (…) In seiner Stimme ist die Resignation der Figur nahezu körperlich spürbar, Man erlebt die verschiedenen Phasen und Stimmungsschwankungen (…) Kinski ist hochkonzentriert, vermeidet jede Übertreibung.

Bayern 2 Radio: Kinski kennt keine Distanz zur Rolle, Er verkörpert sie ganz, das macht ihn so einzigartig.

Der Tagesspiegel: Im Gegensatz zu Kinskis literarischem Vermächtnis offenbaren zwei Audio-Ausgrabungen von 1960/61 einen Könner ohne wenn und aber (…) singt und flirtet der Kunsthändler in "Die Nacht allein" alle Mitsprecher fast erschreckend charmant an die Wand.

Niederösterreichische Nachrichten: Irrsinn ist gut - dieser Mann ist besser (…) Beklemmende, berührende Geschichten mit einem furiosen Anti-Helden.

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Man muß sein Leben von beiden Enden verbrennen, sich dem Extrem hingeben, jeder Vorsicht und jedem Maß abschwören. Vielleicht, um sich vor sich selbst zu schützen, um sich selbst zu entkommen, um sein Bewußtsein aufzuheben, indem man das Leben in tausend Stücke zerspringen läßt. Der Schmerz dient dazu, das Chaos zu entwirren.